Berichte

 

09. - 13. März 2017: Tour du Ciel

Mit einer tollen Gruppe von Berg und Tal starteten wir vom gemeinsamen Treffpunkt in Zinal aus zur Cabanne du Mountet, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. Über einen tollen Grat sind wir frühmogends zum Blanc de Moming aufgebrochen. Eine faszinierende Gletscherabfahrt führte uns zur Cabanne d' Arpitettaz. Diese Hütte wird jede Woche von anderen Mitgliedern des SAC bewartet und so kamen wir in den Genuss eines herrlichen Fondues mit gutem Weisswein. Am dritten Tag sind wir die Schulter des Weisshorns hinaufgelaufen. Anschliessend dürften wir eine herrliche Abfahrt zum Col du Milon geniessen, wo wir die Skis kurz aufbinden mussten und über den Col kraxelten. Noch einmal durften wir ein paar herrliche Schwünge in feinstem Schnee geniessen, bevor der letzte Anstieg des Tages auf die Tracuithütte erfolgte. Die Hütte wurde vor ein paar Jahren renoviert und bietet den Gästen mittlerweilen höchsten Komfort. Auf die mögliche Dusche haben wir aber dennoch verzichtet. Am vierten Tag erfolgte die Gipfeltour auf das Bishorn. Anschliessend genossen wir die riesenlange Abfahrt über Turtmann- und Brunegggletscher. Ein weiterer Höhepunkt ist das Gässi, welches kurz steil ist bevor wir zur Turtmannhütte gelangten. Der letzte Tag führte uns über zwei steile Pässe durch das Jungtal zum Wasuhorn. Anschliessend carvten wir in Richtung Jungen hinunter, wo uns die steile Seilbahn nach St. Niklaus zurück in die Zivilisation führte.


 

Dominik Nellen

05. - 12. März 2016: Skitouren in Norwegen Lyngen Alps

Am 05. März 2016 bin ich für die Bergsteigerschule Berg und Tal mit dem Aspiranten Kaspar Reinhard und einer tollen Gruppe von Zürich nach Oslo und von dort weiter nach Tromsö geflogen. Noch am gleichen Abend bezogen wir unsere luxuriösen Kajüten unseres tollen Schiffes mit französischer Besatzung, welches für die kommende Woche nur für uns reserviert war. Die Besatzung las uns jeden Wusch von den Lippen und sie bekochten uns weltmeisterlich. Wir hatten während dieser Woche hervorragendes Wetter. Jeden Morgen führte uns ein Zodiac an einen Strand unserer Wahl. Dort zogen wir unsere Felle auf und bestiegen jeden Tag mindestens einen wunderschönen Gipfel. Vielfach konnten wir die Abfahrt auf der anderen Seite des Berges geniessen. Die Koordinaten unserer Ankunft habe ich dem Schiffskapitän jeweils gefunkt, so dass er jedes Mal bereits am Strand auf uns wartete. Abends genossen wir das hervorragende Essen und die eindrücklichen Nordlichter, welche den Himmel mit zahlreichen Farben verzauberten. Über Nacht blieb das Schiff jeweils in einem ruhigen Hafen. Die letzte Nacht haben wir in Tromsö verbracht, wo wir das norwegische Nachtleben kennenlernen durften. Die Fjörde, die eindrückliche und einmalige Landschaft, die Rentiere, Delfine und vielen Tiere die wir gesehen haben und die tollen Freundschaften, welche wir geknüpft haben, haben dazu geführt, dass wir diese tolle Woche immer in bester Erinnerung behalten werden.


 

Dominik Nellen

02. Mai 2015: Heliskiing auf der Äbeni Flue

Um Acht Uhr morgends bin ich mit meinen langjährigen Gästen mit dem Auto in Richtung Raron gestartet. Nach einem ordentlichen Kaffe und einem Gipfeli sind wir in den Helikopter gestiegen. Wir sind durch das Lötschental hochgeflogen und durften die eindrückliche Landschaft mit den frisch verschneiten Bergen ein erstes Mal auf uns wirken lassen. Der Helikopter ist mit uns bis auf 3'962 m.ü. M. geflogen und dort gelandet. Wir hatten eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Viertausender und den Aletschgletscher. Jetzt wartete eine traumhafte Abfahrt über 2'200 Höhenmeter in schönstem Pulverschnee auf uns. Weit und breit keine einzige Spur. Was für ein Genuss. Nach einem kleinen Apéro in der Hollandiahütte (3'238 m.ü. M.) gingen wir weiter in Richtung Lötschental. Immer wieder haben wir Zwischenhalte gemacht und einfach nur die Umgebung genossen. Kurz nach 14.00 Uhr sind wir dann überglücklich auf dem Parkplatz auf der Fafleralp angekommen.


 

Dent D' Hérens

12. September 2014: WNW- Flanke der Dent D' Hérens

Von einem Bergführerkollegen habe ich erfahren, dass die Verhältnisse in der WNW- Flanke der Dent D' Hérens zurzeit gut sind. Das müssen sie auch sein, da ein Grossteil dieser Tour in einer steilen Flanke ist und die Bergsteiger immer wieder einmal dem Eisschlag ausgesetzt sind. Zudem ist die Tour sehr lang und erfordert einiges an technischem Können. In der Früh startete ich mit meinem Gast von der Schönbielhütte aus in Richtung Tiefmattengletscher. Wir waren die Einzigen, die an diesem Tag unterwegs waren. Nur in der Ferne sahen wir ein paar kleine Lichter, welche sich in Richtung der Matterhorn Nordwand begaben. So genossen wir die Zweisamkeit und ich folgte dem Licht meiner Stirnlampe bis auf den Tiefmattengletscher. Den ersten wirklich grossen Eisbruch überquerten wir auf der linken Seite. Grosse auf dem Gletscher liegende Eisklotze warnten uns davor, nicht allzu lange zu verweilen und diese Passage zügig zu durchqueren. Dem Bogen des Tiefmattenjochs folgend, erreichten wir die WNW-Flanke. In dieser Flanke muss immer wieder ein Weg durch Séraczonen gefunden und kurze, aber senkrechte Eispassagen überwunden werden. Nachdem wir einen letzten steilen Eishang überwunden haben, sind wir auf dem Grat angelangt, welchem wir dann bis auf den Gipfel gefolgt sind. Nachdem wir die einmalige Aussicht auf dem Gipfel genossen und einen kurzen Rast gemacht haben, sind wir auf die italienische Seite abgestiegen und bis zum Stausee des Lac des Places de Moulin gelaufen.


 

Obergabelhorn

11. September 2014: Südwand Obergabelhorn

Nach einem Sommer, der eigentlich keiner war, herrschten im September noch relativ gute Verhältnisse. Aus diesem Grund habe ich entschieden, die Südwand des Obergabelhorns mit einem Gast hochzusteigen. Das Arbenbiwak haben wir in einem super Zustand vorgefunden und uns darin selber bekocht und verpflegt. Morgends in der Früh stiegen wir die ersten Felspassagen hoch bis wir beim unteren Rand eines Schneefeldes angekommen sind. Dieses Schneefeld ist steil und bei uns herrschten relativ harte Schnee- und Eisbedingungen, so dass hier ein Misstritt sicher verheerende Auswirkungen gehabt hätte. Nach der Traversierung dieses Schnee- und Eisfeldes sind wir beim Einstieg zur Südwand angelangt. Nun stiegen wir in zuerst einfacher, aber schöner Kletterei hoch. Die ersten Höhenmeter konnten wir zügig hinter uns bringen. Der zweite Teil wurde zunehmend steiler und schwerer, da sich an mehreren Passagen zusätzlich noch Eis in den Rinnen, in welchen wir hochsteigen mussten, befand. Für den letzten Teil habe ich entschieden, dass wir dem Routenbeschrieb nicht mehr folgen und stattdessen in einem sehr steilen Eisfeld hochsteigen. Dieser Teil war dann der Höhepunkt der Tour und hatte den Charakter von Mixedklettern. Oben auf dem Grat angekommen begrüsste uns die Sonne ein erstes Mal und wir konnten sie die letzten zehn Minuten hoch zum Gipfel so richtig geniessen. Der Abstieg über den Arbengrat war dann schwierig, da sehr viel Schnee auf dem Grat lag.


 

Jungfraugebiet

14. - 18. April 2014: Skitourenwoche im Jungfraugebiet

4 Hobbits verliessen das Auenland früh morgens und stiegen mit der Bahn zum Jungfraujoch hinauf. Ihr erstes Tagesziel war der Trugberg. Kurz nach Erreichen des Gipfels mussten sie mit Entsetzen feststellen, dass sie bereits den ganzen Schnapswochenvorrat getrunken hatten. Sie liessen sich durch diesen Rückschlag aber nicht beirren und erreichten die Konkordiahütte früh genug, um ihren Durst ein weiteres Mal zu stillen. Auch ohne ihren Zaubertrank erreichten sie an den darauffolgenden Tagen, vorbei an etlichen Gletscherspalten und wunderschönen Hängen, das Grünhorn und den Kranzberg. Die Harscheisen von Hobbit Nr. 2 und 3 (Namen der Redaktion bekannt) verabschiedeten sich in regelmässigen Abständen durch Brüche von ihnen, so dass Hobbit Nr. 4 auf dem harten Schnee sehr viel ritzen musste. In der Finsteraarhornhütte angekommen, rauchten die Hobbits wie schon seit Jahren Usus zuerst einmal ihre Pfeife. Am vierten Tag stiegen sie auf das Finsteraarhorn. Da sie die Festung des Finsteraarhorns bereits wieder um 11.oo h erreichten, entschieden sie sich, nachdem sie sich die Bäuche fürstlich vollgeschlagen hatten, noch auf den Wyssnollen zu steigen. Am Freitag sind sie die Grünhornlücke hochgestiegen und zum Märjelensee abgefahren, wo sie den Gletscher in Richtung Fiescheralp verlassen haben. Seit diesem Tag wurden die Hobbits wieder vermehrt im Auenland gesichtet.


 

Panorama Fusshörner 

1. + 2. August 2013: Gesamtüberschreitung der Fusshörner

Zur Mittagszeit stiegen Jonas Eggel und ich gemeinsam zur Belalp hoch, um am nächsten Tag die Überschreitung der Fusshörner in Angriff zu nehmen. Die Traversierung ist sehr lang, erfodert eine sehr gute Kondition, einwandfreie Trittsicherheit und sicheres und schnelles Klettern im 6. Schwierigkeitsgrat. Da Jonas und ich sehr gute Freunde sind und wir schon mehrere Male gemeinsam unterwegs waren, wusste ich, dass Jonas diesen Ansprüchen genüge tat. Auf dem Weg zum Hotel Belalp machten wir bereits einen kurzen Boxenstopp, um uns in einem Kiosk eine kleine Erfrischung zu gönnen. Bis an die Zähne mit Glace bewaffnet machten wir uns in einem gemächlichen Tempo auf den Weg zum Fusshornbiwak (2'788 m.ü.M.). Vorbei an einer Brücke, welche eine Schlucht quert und einer Moräne entlang, welche Zeuge ist, dass die Zunge des Oberaletschgletschers einmal mächtiger und tiefer war als sie es heute ist, folgten wir dem alpinen Wanderweg und erreichten das Biwak um ca. 16.00 h. In aller Früh standen wir auf und folgten dem rundförmigen Licht unserer Stirnlampen und stiegen die ersten Zacken der insgesamt 13 empor. Wir konnten mehrheitlich alle anspruchsvollen Kletterstellen, immer durch Zwischensicherungen abgesichert, gemeinsam klettern, was uns immens Zeit ersparte. Als uns die Morgensonne grüsste, hatten wir einen Grossteil der Schlüsselstellen bereits hinter uns gebracht: Der Grosse Daumen, die zwei grossen Abseilstellen und der Götterquergang. Der Höhepunkt und das gleichzeitige Endziel der Traversierung, das Grosse Fusshorn (3'626 m.ü. M.), erreichten wir genau zur Mittagszeit. Dort haben wir uns einen ergiebigen Rast gegönnt und die Aussicht genossen. Nach einem kurzen Eintrag ins Gipfelbuch haben wir entschieden, uns noch ein bisschen weiter in Richtung Rotstock zu begeben. Der Grat wird hier zunehmend spitzer und das Vorwärtskommen wird erschwert, da der Grat immer wieder durch Podestabsätze unterbrochen wird, welche ein kurzes Abseilen oder einzelnes Abklettern erfordern. Am Schluss haben wir uns durch eine kleine Ostwand bis hinunter zum Driestgletscher abgeseilt, welchen wir dann bis zum Erreichen des Fusshornbiwaks nicht mehr verlassen haben. Noch während dem Abstieg liebäugelten wir bereits mit dem Geissgrat, welcher sicherlich unser nächstes Ziel sein würde. Für mich persönlich war es bereits das dritte und sicherlich nicht letzte Mal, dass ich diese Überschreitung gemacht habe. Ich kann diese eindrucks- und genussvolle Kletterei in Gneiss wirklich nur empfehlen.